Koch Laboratory

Laborbuch — Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)

TOM gem. Art. 32 DSGVO für den Self-Hosted-Betrieb von Laborbuch.

Produkt: Laborbuch — elektronische FuE-Stundenaufzeichnung mit Beweissicherung (FZulG/BSFZ) Anbieter: Advena Partners, inh.Adam Koch, Weißensteinstr. 44, 58093 Hagen Betriebsmodell: Self-Hosted (Betrieb ausschließlich auf Infrastruktur des Kunden) Dokument: TOM gem. Art. 32 DSGVO · Version 1.0 · Stand: 17.07.2026


1. Architekturprinzip: Self-Hosting und geteilte Verantwortung

Laborbuch wird als Docker-Image ausgeliefert und ausschließlich auf der Infrastruktur des Kunden betrieben. Der Anbieter hat im Regelbetrieb keinen Zugriff auf die Instanz, die Datenbank oder die verarbeiteten personenbezogenen Daten. Es existiert kein zentraler SaaS-Dienst; pro Kunde läuft eine dedizierte Instanz mit dedizierter Datenbank (Ein-Mandanten-Architektur — eine Instanz = ein Labor).

Daraus ergibt sich eine geteilte Verantwortung:

Ebene Verantwortlich
Maßnahmen im Produkt (Softwarefunktionen, Abschnitte 4–7) Anbieter (Implementierung), Kunde (Konfiguration)
Maßnahmen der Betriebsumgebung (Host, Netzwerk, Backups, physische Sicherheit) Kunde als Betreiber (Abschnitt 8)
Support-Zugriffe (nur auf ausdrückliche Anforderung des Kunden) gesonderter AVV, siehe Abschnitt 9

2. Verarbeitete Datenkategorien

Kategorie Inhalt Anmerkung
Benutzerkonten Login, Name, E-Mail-Adresse, Rollen angelegt durch Kunden-Admin
Zeiteinträge Datum, Stunden, Tätigkeits-/Ergebnisbeschreibung, Projekt/Vorhaben, Erfassungsregime, FuE/Routine-Kennzeichnung Beschäftigtendaten i. S. v. § 26 BDSG
Commit-Metadaten SHA, Zeitstempel, Autor, Commit-Nachricht optional (Git-Integration abschaltbar)
Beweisdateien Scans, Messdaten, Fotos oder nur deren SHA-256 je nach Modus, siehe 4.3/4.5
Lesezugriffs-Protokoll wer wann welchen Bericht/welche Datei abgerufen hat append-only, siehe 5.3

3. Externe Datenflüsse (produktseitig)

Alle externen Datenflüsse sind konfigurierbar bzw. abschaltbar und in der Standardkonfiguration auf das Minimum reduziert:

Dienst Zweck Übermittelte Daten Steuerung
BeatTime (Zeitstempeldienst des Anbieters) Proof-of-Existence der Wochenabschlüsse ausschließlich SHA-256-Hash — niemals Inhalte Ed25519-signierte Antwort, Merkle-Kette
OpenTimestamps-Kalenderserver Verankerung des Wochen-Hashes in der Bitcoin-Blockchain ausschließlich Hash abschaltbar (OTS_ENABLED)
GitHub API Import von Commit-Metadaten (eingehend) ausgehend nur Lese-Token des Kunden optional (enable_git)
Anthropic Claude API optionale Übersetzung der Einträge PL→DE für Berichte Inhalt der übersetzten Einträge nur bei aktiver Nutzung der Funktion; ohne API-Schlüssel inaktiv
SMTP-Server des Kunden Versand von E-Mail-Einmalcodes (2FA) E-Mail-Adresse, Einmalcode Konto und Server wählt der Betreiber
S3-Objektspeicher des Betreibers Ablage von Beweisdateien Dateien (bei aktiviertem Schlüssel verschlüsselt, siehe 4.3) optional; ohne S3 lokale Ablage
Öffentliche Website der Instanz Außendarstellung keine Cookies, keine Analytik, keine Drittanfragen

4. Vertraulichkeit (Art. 32 Abs. 1 lit. b DSGVO)

4.1 Zugangskontrolle (Systemzugang)

4.2 Zugriffskontrolle (Datenzugriff)

4.3 Verschlüsselung

4.4 Trennungskontrolle

4.5 Datenminimierung / Pseudonymisierung

5. Integrität (Art. 32 Abs. 1 lit. b DSGVO)

5.1 Eingabekontrolle

5.2 Manipulationserkennung (Beweissicherung)

5.3 Protokollierung von Lesezugriffen

6. Verfügbarkeit und Belastbarkeit (Art. 32 Abs. 1 lit. b–c DSGVO)

Produktseitig: - Containerisierter Betrieb (Docker), automatische Migrationen beim Start, Health-Endpunkt (/healthz), Neustart-Policy. - Exportfunktionen (PDF, CSV) für sämtliche Berichtsdaten. - Zeitstempelnachweise sind unabhängig von der Instanz verifizierbar (BeatTime-Belege, OTS-Dateien, Bitcoin-Blockchain) — der Beweiswert übersteht auch einen Totalverlust der Instanz. - Nach Lizenzablauf: Read-only-Betrieb mit vollem Export (geplant) — Nachweisdaten werden niemals eingeschlossen.

Betreiberseitig (Empfehlungen, Abschnitt 8): Datenbank-Backups, Versionierung des Objektspeichers, redundante Ablage der Schlüssel, Host-Härtung.

7. Verfahren zur regelmäßigen Überprüfung (Art. 32 Abs. 1 lit. d DSGVO)

8. Pflichten des Betreibers (Kunde)

Die folgenden Maßnahmen liegen beim self-hosted Betrieb in der Verantwortung des Kunden; der Anbieter stellt Konfigurationshinweise bereit:

  1. TLS-Terminierung/Reverse-Proxy und Firewall der Umgebung.
  2. Physische Sicherheit und Festplattenverschlüsselung des Hosts.
  3. Regelmäßige, verschlüsselte Backups der Datenbank und des Objektspeichers; Wiederherstellungstests.
  4. Sichere Verwahrung der Schlüssel (SECRET_KEY, Dateiverschlüsselungs-Schlüssel, S3-Zugangsdaten, SMTP-Zugangsdaten) sowie deren Rotation.
  5. Benutzer-Lebenszyklus: zeitnahe Deaktivierung ausgeschiedener Beschäftigter, Zuweisung der 2FA-Methode je Benutzer.
  6. Aktualisierung der Container-Images bei neuen Releases.
  7. Aufbewahrungsfristen: steuerlich relevante Aufzeichnungen unterliegen GoBD/AO-Fristen (i. d. R. 10 Jahre) — Löschkonzepte sind darauf abzustimmen.

9. Auftragsverarbeitung

Im Regelbetrieb findet keine Auftragsverarbeitung durch den Anbieter statt (kein Zugriff auf personenbezogene Daten). Für Support-Einsätze mit Datenzugriff auf ausdrückliche Anforderung des Kunden wird ein gesonderter Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) geschlossen — Muster: AVV-Muster.de.md (im selben Verzeichnis). Zur Aufbewahrung nach GoBD/AO siehe GoBD-Aufbewahrung.de.md.

Der Zeitstempeldienst BeatTime verarbeitet ausschließlich SHA-256-Hashes ohne Personenbezug; eine Auftragsverarbeitung im Sinne von Art. 28 DSGVO liegt insoweit nicht vor. Die optionale Übersetzungsfunktion (Anthropic Claude API) übermittelt Eintragsinhalte an Anthropic; ihre Aktivierung liegt in der Entscheidung und Verantwortung des Kunden (eigener API-Schlüssel, abschaltbar).

10. Maßnahmenstatus (Übersicht)

Maßnahme Status
2FA pro Benutzer (App / Hardware-Token / E-Mail) implementiert
Brute-Force-Sperre implementiert
TLS/HSTS/Secure-Cookies implementiert
Rollen, Projektsichtbarkeit, Stundenmaskierung implementiert
AES-256-GCM at-rest (Beweisdateien) implementiert (Aktivierung durch Betreiber-Schlüssel)
Hash-only-Modus (Datenminimierung) implementiert
Append-only-Journal + Storno implementiert
Doppelte Zeitstempelung (BeatTime + OTS) implementiert
Lesezugriffs-Protokoll (append-only) implementiert
Tor Onion Service implementiert (optional)
Read-only-Betrieb mit Export nach Lizenzablauf geplant
Signierte Images (cosign), SBOM geplant
Host-/Backup-/Netzwerksicherheit betreiberseitig

Änderungshistorie: v1.0 (17.07.2026) — Erstfassung.